Kollektive Selbstversorgung

09. Juni 2016

Es ist das Gegenkonzept zur Agrarindustrie: Die Solidarische Landwirtschaft sorgt für transparente ökologische Erzeugung vor Ort und spart sich die Vermarktung: Denn das geerntete Obst und Gemüse wird direkt an die Mitglieder verteilt.

Weiterlesen …

Licht als Leitmotiv

07. Juni 2016

Die St. Marien-Kirche in Schlangen wird bald in hellerem Licht erstrahlen. Bei der Sanierung des Gotteshauses setzen die katholische Kirchengemeinde, Künstler und Architekt auf Licht als wesentliches gestalterisches Element.

Weiterlesen …

Fenster in den historischen Kurbetrieb

07. Juni 2016

Liegehalle − dieses Wort kennt heute kaum noch jemand. Dabei erinnern diese Gebäude an die Anfänge des Kurbetriebes und die frühere Behandlung von Lungenerkrankungen.

Weiterlesen …

Aachener Flair in Oesterholz

07. Juni 2016

Das CHIO in Aachen gilt im Pferdesport als das herausragende Turnierereignis des Jahres. Und das liegt nicht nur an dem hochklassigen Sport, sondern auch an einer ganz besonderen Atmosphäre.

Weiterlesen …

„Willi Winzig“ auf der Freilichtbühne

07. Juni 2016

In Bellenberg kommen dieses Jahr Fans von Heinz Erhardt auf ihre Kosten. Der Schlänger Bote war bei einer Probe der Komödie „Das hat man nun davon“ dabei und hat sich von der schauspielerischen Leistung der Darsteller überzeugen lassen. Eine gelungene Hommage an einen großen Humoristen.

Weiterlesen …

Licht als Leitmotiv

07. Juni 2016

Am Modell des neu gestalteten Innenraums der Schlänger St. Marien Kirche:V.li.: Künstler Michael Lönne und Jörn Neumann, Architekt Martin Brockmeyer, Pfarrer Georg Kersting und vom Kirchenvorstand Ulrike Burchart. Foto: Uwe Pax

Die Künstler Michael Lönne und Jörn Neumann sowie Architekt Martin Brockmeyer haben die Einzelheiten zur Neugestaltung und technischen Überholung nun der Gemeinde vorgestellt.

 

Das Element Licht haben die Künstler nicht umsonst gewählt, schließlich hat die Symbolik des Lichts Philosophen und Theologen schon immer beschäftigt. Die Bibel berichtet am Anfang von eben diesem Anfang, von der Erschaffung der Welt. So heißt es in Genesis 1: „Gott sprach es werde Licht und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis.“ Damit war auch die Grundlage allen Unterscheidens geschaffen, das Licht der Erkenntnis. Und nicht von ungefähr kommt die Bezeichnung „Erleuchtung“ für eine religiös-spirituelle Erfahrung. Und schließlich machen die Worte Jesu: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh. 8, 12) deutlich, dass durch Jesus Gott für alle Menschen sichtbar wird. Er gibt Leben, Klarheit und Orientierung.

Für die Künstler des Ateliers Lönne und Neumann ist Licht ein wesentliches gestalterisches Element, das großen Einfluss auf die Atmosphäre in der Kirche hat. Noch ist es recht dunkel in der katholischen Kirche St. Marien. Innen wie außen präsentiert sich das Gebäude im typischen Baustil seiner Zeit. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1954. Erweitert wurde sie 1968. Es wurden neue Fenster eingebaut, das Taufbecken fand Platz im ehemaligen Altarraum und der jetzige Altarraum wurde neu angebaut.

 

Noch sind die Farben dunkel

Damals wurden auch drei neue Eingangsbereiche geschaffen. Der seitliche erinnert mit dem innen angebauten Glaskasten an eine Telefonzelle, zwischen den beiden vorderen Eingangstüren befindet sich eine kleine, relativ dunkle Nische. Ihre Wände zieren – für die Besucher nur schwer zu entdecken – Steinreliefs des bekannten Paderborner Bildhauers Josef Rikus. Irgendwie vermittelt die Kirche zwar einen gemütlichen, heimeligen Eindruck, gleichzeitig wirkt sie aber auch unstrukturiert, beinahe so, als beherbergte das Kircheninnere ein Sammelsurium der vergangenen Jahrzehnte. Und trotz der ehemals weißen Wände ist momentan ein dunkles Braun der beherrschende Farbton im Inneren von St. Marien.

Außen bröckelt der Putz, die wirklichen Schäden sind aber weitaus gravierender: An einigen Stellen dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein, aber auch ein stellenweise undichtes Dach verursacht Wasserschäden. Noch nicht geklärt ist die Frage nach einer Erneuerung beziehungsweise Überholung der Heizungsanlage und damit der Notwendigkeit von Bodenarbeiten.

 

Unglücklicher Start

Auch wenn Finanzierungs- und Zeitrahmen noch nicht feststehen: Die wesentlichen Elemente der Renovierungs- und Umbauplanung sind bereits bei der Diözesan-Kunstkommission auf Zustimmung gestoßen. Die Vorplanung ist durch das Generalvikariat abgesegnet, so dass nun die abschließenden Schritte erfolgen können. Dabei verlief der Start des Bauvorhabens alles andere als glücklich. Der beauftragte Heilbronner Künstler Raphael Seitz verstarb unerwartet. Auch er hatte seinem Entwurf das Thema Licht zugrunde gelegt. „Licht der Welt“ lautete sein Arbeitstitel. Vergebens waren die Überlegungen von Seitz jedoch nicht, sie haben Eingang gefunden in den Entwurf des Ateliers Lönne und Neumann. Architekt Michael Brockmeyer spricht in diesem Zusammenhang von „einer wunderbaren künstlerischen Symbiose“.

Insgesamt wird es heller werden in St. Marien. Die Wände erhalten einen neuen Anstrich mit einer weißen, kalkhaltigen Spezialfarbe. Die dunkle Holzdecke wird durch eine geschlossene helle Decke ersetzt, und auch die Balustrade der Orgelempore wird ausgetauscht. Zukünftig ist die Brüstung aus Glas, so dass das Licht, das durch die oberen Fenster des Kirchenportals scheint, auch in die Kirche fällt. Außerdem wird der Lichteinfall in den Altarraum und durch den Eingangsbereich erheblich verbessert. Die wesentlichen Veränderungen betreffen diese beiden Bereiche.

 

Glas ersetzt Beton

Der Altarraum soll wiederspiegeln, dass von dort aus die frohe Botschaft Jesu Christi verkündet wird, so der Wunsch der Gemeindemitglieder. Und sie möchten stärker betonen, dass das Kreuz Symbol nicht nur für Tod sondern auch für die Auferstehung ist, es geht also auch in diesem Bereich um Licht. Die Fenster sollen erhalten bleiben, aber die Scheiben der hohen schmalen Fensterstreifen rechts und links des Kruzifixes sollen durch lichtdurchlässigeres Glas ersetzt werden. Eine künstlerisch gestaltete Glaswand wird an die Stelle eines dunkelbraunen Betonelementes treten. Der Entwurf sieht eine Glasfläche vor, in die mit goldener Farbe biblische Textzeilen aus dem Brief des Paulus an die Korinther eingearbeitet werden. Diese Texte sind jedoch nicht lesbar, sondern dienen als inhaltlich gewichtiges, gestalterisches Element.

Auch die Darstellung des gekreuzigten Jesus soll sich verändern. So ist geplant, das Holzkreuz zu entfernen und nur den Korpus als eigenständige Skulptur zum Zentrum des Altarraums zu machen. Der Ambo soll ein wenig nach vorne gerückt werden, der Tabernakel und das Taufbecken sollen nach Vorstellung des Ateliers ihre Plätze tauschen, um dem ehemaligen Altarraum mehr Bedeutung zu­­kommen zu lassen. Ebenfalls größere Veränderungen sind im Portal an der Detmolder Straße vorgesehen. Auch hier soll ein großzügiger, gläserner Eingangsbereich für mehr Licht sorgen. Umgesetzt werden soll auch ein sogenannter „Bereich des beschränkten Zugangs“. Es soll also eine Art kleine Kapelle vom eigentlichen Kirchenraum abgeteilt werden, deren Glaswände während der Gottesdienste geöffnet werden können. Auf die Glaskabine am Seiteneingang kann dann verzichtet werden.

Bei der Vorstellung der Pläne für die Gemeinde wurde intensiv nachgefragt, viel diskutiert und vorgeschlagen, unter anderem eine Polsterung der Kniebänke. Diesem Wunsch soll entsprochen werden. Als überaus hilfreich erwies sich das Modell, das die Künstler angefertigt hatten. Es stellte die Planung anschaulicher dar als es Zeichnungen oder Fotos vermocht hätten.

Nun kann es also weitergehen, hoffentlich nach dem Motto von Pater Gerhard Eberts: „Wo das Licht wächst, verkriecht sich die Angst.“

­­­­­­

Zurück